Sehr geehrter Bürgermeister der Stadt Marlow,
sehr geehrte Damen und Herren
liebe Recknitztal-Freunde, Touristiker, Unternehmer, Künstler und Netzwerker...

Wenn wir uns im Mai 2012 auf Einladung der Stadt Marlow begegnen und über die Notwendigkeit einer verbesserten überregionalen Darstellung der Stadt und des Recknitztales beraten, so geschieht das letztlich auf Grund des ausgeschriebenen Wettbewerbs vom Tourismusverband M-V mit seiner Initiative, das Land hinter den bereits allseits bekannten Urlaubsorten an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern besser zu bewerben.

Wir, als angesprochene mögliche Netzwerker sind aufgerufen, uns mit unseren ganz speziellen Leistungen, unserem Angebot noch besser für den Tourismus zu öffnen und darzustellen. Gemeinsam wollen wir uns mit der Stadt Marlow am ausgeschriebenen Wettbewerb LandART in MV beteiligen.

Und die Stadt Marlow hat bekanntlich vieles zu bieten. Jedem fällt da sofort der Vogelpark ein, der gerade bundesweit auf sich aufmerksam machen konnte. Hoher Besuch hatte sich angesagt, im Fernsehen lief kürzlich ein Beitrag und neue bauliche Erweiterungen im Park stehen kurz vor der Eröffnung. Das ist für den Urlauber und Touristen schon sehr reizvoll und ein echtes Highlight für die Region. Um aber umfassender und besser zu werben, soll nun ein Netzwerk aufgebaut werden. Ein Zusammenschluss von vielen Anbietern im ländlichen Raum und eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten zur besseren Bewerbung des Recknitztales.

Ein Faktor für das touristische Angebot ist auch die Kultur. Ein Aspekt, der die Anziehungskraft einer Region ausmacht und wesentlich bestimmt. Dabei sprechen wir im Allgemeinen vom Kulturtourismus.

In den Jahren 2009/2010 war der Grund, sich für MV als Reiseland zu entscheiden bei 22% der Gäste das Kunst- und Kulturangebot von MV.
Insgesamt kamen in diesem Zeitraum 76% wegen dem Erholungsurlaub - 43% machten eine Besichtigungsreise - 41% buchten einen Bade-Urlaub 38 % machten einen Aktiv-Urlaub 37 % einen Familien-Urlaub und 31 % bereits einen Kultur-Urlaub. Am Ende der Befragung standen mit 3 % der Shopping-Urlaub 5 % Wassersport-Urlaub - 7 % Fun-Urlaub - 13 % Gesundheits-Urlaub, Wellness 21% - Wandern 25 % - Radfahren 26 %

Der Tourismusverband MV hat in diesem Zusammenhang auch ein neues Marken- und Kommunikationskonzept bis ins Jahr 2022 für MV erarbeitet. Unter der allgemein bekannten Landesmarke "MV tut gut", dem touristischen Markenversprechen "Hier ist die Welt noch in Ordnung" der Markenzugpferde Ostsee, Seenplatte und Natur kommt der Imagepflege unter der Überschrift "Genuss und Kultur" in der Region eine erhöhte Bedeutung zu.

Die Kultur gewinnt eine immer stärkere Präsenz in den neuen Urlaubswelten. Dazu kommt es zur Einrichtung von Kompetenznetzwerken mit Integration von Kulturträgern. Kultur fördert Kreativität und Offenheit und damit die Fähigkeit zur Innovation, zur Identitätsbildung und zur Ausprägung von Selbstbewusstsein in der Region.

Um das Image von MV unter diesen Gesichtspunkten weiter zu festigen und auszubauen kommt es letztlich so auch zum Wettbewerb LandART in MV, dem wir uns gemeinsam stellen wollen.

Wir als Verein "Land-ART-Kunst" begrüßen diese Initiative und bringen uns gern ein in das neu entstehende Netzwerk rund um die Stadt Marlow. Mit unseren unterschiedlichsten Aktionen und Ausstellungen, unserer Beteiligung an KUNST:OFFEN und an KUNST HEUTE, mit dem Literatur-Café auf dem Kunsthof Gresenhorst sowie der Ersten Norddeutschen Live-Talk-Show von MV KLÖNPOTT & MUSIK im Recknitztal-Hotel Marlow.

Auch mit dem neu gegründeten Bürgerfernsehen "TV-Radio-Marlow im Recknitztal", das regional vor Ort über das Internet Beiträge sendet und so überregional und weltweit berichten wird.

Ein Nachsatz in eigener Sache:
Kunst muss als Wert in der Gesellschaft anerkannt werden. Es ist kein Beiwerk, kein Schmuck, sondern elementar ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft. Daher ist es erforderlich, diesen Wert in Politik und Verwaltung auch anzuerkennen. Und noch etwas ist sehr wichtig: Künstler/Innen sollen für ihre Ausstellungen bezahlt werden.

Kunstschaffende leben größtenteils unter prekären Einkommensverhältnissen. Sie können nur durch Nebenverdienste "überleben", die sie mitunter weit weg von künstlerischer Arbeit führen. Kulturtourismus ist dabei kein alleiniges Heilmittel. Es müssen angemessene Vermittlungs- und Kooperationsformen zwischen Tourismus und Kunst gefunden werden.

Nicht die Inhalte und die Qualität unserer Kunst und die angebotenen kulturellen Produkte sind bis jetzt ein Problem für uns, sondern eher die Frage: wie erfahren unsere potentiellen Kulturtouristen von unserem Veranstaltungsort und unseren künstlerischen Angeboten?

Die Antwort liegt auf der Hand: durch das neue Netzwerk, welches wir hier und heute bilden wollen.

Wir wollen voneinander wissen und Synergieeffekte und Kommunikationswege mitgestalten. Dazu müssen wir uns gegenseitig einladen und bereitwillig sein zu kooperieren. Dazu gehört auch, sich gegenseitig weiterzuempfehlen. Wir müssen uns themenübergreifend vernetzen, also nicht nur Künstler untereinander, sondern auch mit Hoteliers, Unternehmen und anderen Freizeiteinrichtungen.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.
Gemeinsam ist man stärker.

Bert Preikschat / Vorsitzender des Kunstvereins "Land-ART-Kunst im Recknitztal e.V."

bertolomeos@land-art-kunst.de